Wer viel weiß,
will noch mehr wissen:

Wissen ist kein Ruhekissen!
Drei exemplarisch Tüchtige,
nach Wissen quasi Süchtige
erscheinen hier zu ihrem Lohn
als Sternchen eines Dreigestirns,
verdichten sich im Triptychon
zum Bilde eines Superhirns
aus Politik, Literatur
und Spitzeninfotainment “pur” –

am obern Bildrand, aus der Fuge
zwischen Fischer und Ranicki,
starrt mit wissentrunknem Blicki
hochgelehrt die neunmalkluge
Fernsehbiene Nina Ruge
uns so humboldtsch clever an,
wie nur Nina blinzeln kann.
Linkes Auge: halb geschlossen,
schaut es schnurrend, quatsch: verdrossen
tief hinab in alle Gründe
unsres Daseins Leid und Sünde
bis hinein in jenen Mief,
da die Menschheit “Hilfe!” rief:
sei’s der Günter Grass im “Faust”,
sei’s der Jud im Holocaust –
doch die rechte Augenbraue
macht mit wahrhaft schopenhaue-
rischem Verve dann wieder Mut:
Hell durch diese hehre Stirne
leuchtet Ninas leere Birne!
“Alles wird”, so Ruge, “gut” –

BROCKHAUS ENZYKLOPAEDIE
in der Tat: Mit seherischer
Kompetenz taxiert Herr Fischer
a) den Krach in Asien,
ob b) in Jugoslawien
er wohl das Toben stoppen kann,
die Dame oben poppen kann,
und wo denn c) die Lampe hängt,
die diesen blöden Schatten schenkt!
Denn neben ihm grinst feist im Schein
derselben Funzel ein Gesicht
von “kulturellem” Schwerstgewicht –
das kann nur Reich-Ranicki sein!
Und sein Gesicht spricht Bände!
“Darauf”, denkt Fischer, “ist geschissen!”
Er will nun wirklich alles wissen:
Wo hat der seine Hände?!
Und warum grinst auch Nina so
schrill oszillierend zwischen Brunft
und der praktischen Vernunft?!
Sie findet es wohl prima so!
“Spot an!” brummt Fischer, “los, mehr Licht!”
Doch lichter wird es leider nicht.
(Drum endet hier das Scherzgedicht.)