VORSCHAU: DAS PASSIERT IM JUNI

Jetzt oder nie – Topographie!

Das ging daneben, das ging ins Schlitzauge, hahaha, wenn Sie uns diesen menschenverachtenden Kalauer ausnahmsweise nachsehen wollen, aber schließlich haben nicht wir die chinesische Botschaft in Belgrad bombardiert, das hat vielmehr die Nato zu verantworten, und die hat veraltete Karten benutzt. Das ethnische Stadtreinigungsamt war vor drei Jahren umgezogen, ohne dies dem CIA zu melden – ein eindeutiger Verstoß gegen die UNO-Wohnungswechselcharta. Zustände sind das! Sollen die Geheimdienste etwa alles alleine ausspionieren? Wie soll das erst beim 3. Weltkrieg werden? Dann wird die Titanic-Redaktion beschossen, nur weil da irgendwann mal die “Staatliche Leseförderung” untergebracht war und die Chinesen uns zurück in den Analphabetismus bomben wollten. Ihre Mithilfe ist gefragt! Schreiben Sie an künftige Kriegsgegner und melden Sie dort die genaue Lage wirklich wichtiger Bombenziele. Zum Beispiel Beckhausstraße 127 oder Finkenweg 7. Oder Gustav-Adolf-Ring 3a.

Wichtig ist, daß Chinesen, Russen, Iraker und Inder wirklich topaktuelles Kartenmaterial haben und nicht anhand eines erbeuteten Shell-Atlas von 1977/78 Kinderheime und Altentagesstätten angreifen, statt der Hauptgeschäftsstelle der Grünen. Ernstzunehmende Wissenschaftler werden demnächst mal endlich rausfinden, welches Unheil durch schlechte Karten über die Welt gebracht wurde. Etwa:

Lissabon. Mit einer Michelin-Karte von Indien (1:10000000) nach Amerika fahren, das brachte nur einer fertig: Kolumbus. Ein Augenzeuge: “Außerdem hat er die Karte die ganze Zeit verkehrtrum gehalten, wir sind also praktisch immer auf dem Kopf gefahren.”

Sender Gleiwitz. Man hat es schon lange geahnt. Das ganze Dritte Reich war ein einziger Irrtum. Hitler hatte total veraltetes Kartenmaterial, da war Deutschland noch viel größer eingezeichnet.

Cape Canaveral. Supertechnologie, Wahnsinnsschubkraft, blinkende Maschinen, Drähte, Kabel, Meßinstrumente. Alles schön und gut, aber im Weltall dann nur einen Innenstadtplan von Dortmund aus dem Jahr 1961. Neil Armstrong: “Wir haben echt gedacht, wir wären in Dortmund gelandet. Es sah da genauso öde aus, und Atmosphäre gab’s auch keine. Erst nach der Rückkehr zur Erde erfuhren wir, daß wir tatsächlich auf dem Mond waren.”


Rückrufaktion

Ein Fünfjähriger verschluckt eine Holzkugel und erstickt daran. Schlimm! Die Herstellerfirma IKEA reagiert sofort und ruft das gefährliche Spielzeug weltweit zurück. Vorbildlich! Das Beispiel macht Schule. Die Firmen “Messerschmidt”, “Mauser” und “Luger” haben jetzt eine Rückrufaktion für ihre gesamte Jahresproduktion gestartet. Untersuchungen hätten gezeigt, daß gerade in letzter Zeit viele Menschen gestorben sind, weil sie versehentlich durch die Luft fliegende Kugeln verschluckt haben. Firmensprecher räumten ein, daß es zu schweren Verletzungen kommen kann, wenn man sich beispielsweise Kugeln aus einem Schnellfeuergewehr unsachgemäß in den Körper einführt.

Einkaufstip

Wie können Sie demnächst beim Shoppen im Ausland viel Geld sparen? Titanic sagt Ihnen, wie. So können Sie demnächst beim Shoppen im Ausland viel Geld sparen: Eine Gucci-Handtasche in London bei “Moorehead & Hudson” kostet 535 Pfund, dabei sparen Sie mindestens 145 DM. Jetzt packen Sie sich die blöde Tasche und rennen einfach damit raus. Schon haben Sie 535 Pfund gespart. Ganz wichtig: nicht aufhören zu rennen, bis Sie auf der Fähre sind.

In Paris gehen Sie zu “Le Barroux” in der Rue Corbusier. Da kostet ein Armani-Anzug ca. 200 Mark weniger als in Deutschland. Den Rest können Sie sich denken: nicht aufhören zu rennen, aber auf keinen Fall zur Fähre. Noch besser geht’s im Internet: Bestellen Sie, was Sie wollen, geben Sie die Nummer Ihrer Kreditkarte ein, und dann rennen Sie los. Wohin? Zur Fähre natürlich.


Jahrhundertereignis

Am 11. August plant die Zeitschrift Titanic ein Riesenevent. Sie können dabeisein, wenn wir an diesem Tag die Sonne total verfinstern werden. Ein teures Projekt, wie man sich vorstellen kann. Titanic-Redakteur Thomas Gsella ist schon seit Wochen mit einer schwer schmelzbaren Rakete unterwegs zum Zentralgestirn unseres Sonnensystems, um dort pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt das Licht auszuknipsen. Sollte Gsella wider Erwarten scheitern (auf der Sonne herrschen immerhin Temperaturen von weit über 40° im Schatten), werden wir ersatzweise den Mond vor die Sonne schieben lassen. Jeder neue Abonnent von Titanic erhält kostenlos eine Spezialbrille, mit der er Gsellas Mission und die daraus resultierende Verfinsterung verfolgen kann.