BRIEFE AN DIE LESER



Fußball-Hooligan Christopher R.!

Die Presse mutmaßt allgemein ob Ihrer hier dokumentierten Verkleidung, daß Sie diese gewählt haben, um als Angeklagter im Prozeß wg. versuchten Totschlags am französischen Gendarmen Daniel Nivel harmloser zu wirken, als Sie tatsächlich sind. Wir vermuten allerdings, daß Sie damit noch ein weitergehendes Ziel verfolgen: Sie wollen mal deutscher Außenminister werden, stimmt’s? Und jetzt verraten wir Ihnen was, Fußball-Hooligan Christopher R.: Das könnte sogar klappen!
Olé, olé, olé: Titanic

Und Ihr, liebe Scorpions,

habt eine echte musikalische Kehrtwende vollzogen: weg vom jahrzehntelang durch die Welt geblasenen Simpel- und Gimpelrock, hin zu – na, sonstwas sehr Schlechtem; nennen wir das, was da ungewohnt zeitgenössisch, aber gewohnt doof aus dem Radio winselt, ruhig den Untergang des rockenden Abendlandes.

Und warum das alles? Ihr habt’s dem Rolling Stone gesteckt: “Stell’ dir mal vor, du hast ein Restaurant. Wenn du immer nur normale Küche anbietest, wirst du deine Kunden auf Dauer nicht besonders beeindrucken können: Sie gehen woanders hin. Aber jetzt versuch’ mal, die Highlights der asiatischen Küche mit den Highlights der italienischen so zu kreuzen, daß sich ein neuer Geschmack ergibt. Wenn du das schaffst, hast du die Bude immer voll.” Mit den Herren vom Gesundheitsamt?

Aber weiter: “Sagen wir mal, die Scorps sind ein Haus, das schon sehr lange steht und solide Grundmauern hat. Aber natürlich blättert hier und da der Putz ab, und als Bewohner des Hauses merkst du, daß ein neuer Anstrich nicht mehr ausreicht, sondern daß das ganze Haus renoviert werden muß. Also reißen wir das Dach auf, ziehen neue Wände rein”, lassen den Dachschaden Dachschaden sein und gehen erst mal Schuhe kaufen. “Klar, wenn du dir deine gewohnten Schuhe ausziehst und neue ausprobierst, läufst du dir erst mal Blasen.” Mit anderen Worten: “Das ist wie bei dem Design von Autos. Vorne die Kühlerfigur, die Niere oder was weiß ich – alles muß stimmen.”

Wir, liebe Gleichnisgitarreros, dürfen zusammenfassen: Eure “Musik” ist jetzt nicht mehr Schnitzel, sondern Lasagne süßsauer, ist wie schlechtes Schuhwerk oder ein Haus ohne Dach und geht speziell uns noch immer derart an die Nieren, daß wir Euch einfaltspinselnde Figuren nur zu gerne auf den Kühler nähmen oder was wissen wir.

Stimmt alles?
Keep on metapherin’: Titanic


Saddam, Pinochet, Milosevic, Jelzin, Schröder, Fischer, Schäuble, Westerwelle und Konsorten!

Warum wart Ihr vom 8. bis 12. Mai eigentlich nicht in Düsseldorf? Da gab es extra eine Messe für so Leute wie Euch: die “interpack 99”. Hahaha, guter Witz, was? Aber nicht böse sein, Ihr wißt doch: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
Alles Liebe: Titanic

Und als Sie, Jockel Fischer,

am 15. April d. J. im Bundestag zum wiederholten Male begründeten, weshalb es notwendig sei, einen grundgesetz- und völkerrechtswidrigen Krieg gegen den gerade neuesten Herrn Hitler zu führen, waren es Ihrer Meinung nach “mehr als 200.000 unschuldige Menschen”, die dieser “Metzger” kaltblütig umgebracht hatte. Vier Tage später, am 19. April, präsentierten Sie in einem Spiegel-Interview bereits exakte “300.000 Opfer der Milosevic-Kriege”.Wenn Sie in diesem Tempo weitermachen, Ihre Zahl der Milosevic-Opfer sich also alle vier Tage um schlappe einhunderttausend erhöht, dann hätten Sie nach unseren Berechnungen etwa um Silvester 2000 die sechs Millionen erreicht. Und die haben Sie wg. Hitlerkompatibilität ja wohl auch angepeilt.
Kein weiterer Kommentar: Titanic

Aber kaum, Bill Clinton,

steigen Sie in Frankfurt aus dem Flugzeug und gehen ins Zweite Deutsche Fernsehen, da hören wir aus Ihrem Munde, zum Krieg gegen Jugoslawien verpflichte Sie vor allem auch die amerikanische Geschichte: die Vernichtung der Indianer, die Versklavung der Schwarzen usw. Und natürlich haben Sie recht, die Sache muß ja irgendwie weitergehen, wo jetzt sogar der Neger unter Menschenrechte fällt – aber ist das eigentlich noch logisch, Sir? Wären nach den Roten und den Schwarzen jetzt nicht eher Gelbe dran? Oder eben sonstwie sichtbar Bunte? Rassentheoretisch sind doch Serben praktisch Pipifax!
Bitte glauben Sie’s Ihrer Titanic

Sie freilich, Slobodan Milosevic,

haben insofern gar keinen Grund, sich übers neuerliche Serbenjagen grade auch der Deutschen zu beschweren. Schließlich waren schon die Juden keine Rasse.
Sorry: Titanic