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anarchafeminismus - eine darstellung
was bringt der anarchismus dem feminismus? 
was bringt der feminismus dem anarchismus?
ziele und wege 
individualitãt und kollektivitãt
das persønliche und das politische 
kultur 
organisation 

 

 

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anarchafeminismus
eine darstellung  

wir fûhlen ein großes bedûrfnis, eine anarchafeministische ideologie zu entwickeln, weil die verbindung des anarchismus mit dem feminismus eine vollkommene vereinigung von prinzipien und idealen wãre. keine der beiden lehren wûrde sich verãndern oder gegen die andere verwehren mûssen, denn sie entsprechen einander. beide wûrden sich durch ihre integration gegenseitig bereichern.

da gibt es viel zu lernen, neue konzepte mûssen entwickelt werden, nach denen wir auch handeln. viele feministinnen suchen nach einem gerûst, um in diesem die revolution zu aktualisieren. der feminismus alleine beinhaltet fûr viele frauen viele dinge. allerorts suchen frauen nach besonderen politischen ideologien, mit deren hilfe sie die verhãltnisse angreifen kønnen, die alle menschen unterdrûcken. aufgrund ihrer zuneigung zu nichthierarchischen beziehungen, ihrer vorliebe fûr arbeit in kleinen gruppen und ihrer fãhigkeit, aus der kraft der massen einen nutzen zu ziehen, werden die feministinnen natûrliche anarchistinnen genannt. obwohl dies alles stimmt, ist es an der zeit, diese verbindung genauer zu untersuchen. der anarchismus kommt ihr am nãchsten, da er eine eindeutige analyse der politischen, økonomischen und staatlichen unterdrûckung liefert, und er sollte eigentlich aufgrund seines inhalts den feminismus miteinschließen, doch das war bisher nicht der fall.

die meisten anarchisten und feministinnen sprechen die gleiche sprache; eine der aufgaben, die den anarchafeministinnen zukommt, ist, das zu ãndern, was im traditionellen anarchistischen gedankengut dem feminismus entgegengesetzt ist. einer der hauptgrûnde, warum anarchismus und feminismus sich so gut entsprechen, ist, daß beide gesellschaftliche grundkonzepte sind, die menschlich genug bewegung und verãnderung førdern, indem sie in ihrer lehre an die notwendigkeit der permanenten revolution erinnern. die idee der freien verbindung, die in beiden lehren enthalten ist, bietet frauen und mãnnern ein gerûst zur totalen persønlichen, politischen und sozialen revolution.

 

 

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anarchafeminismus
was bringt der anarchismus dem feminismus  

der anarchismus basiert auf dem freien zusammenschluß. dies bedeutet ein klares verstãndnis von hierarchie und autoritãt und deren funktion zur politischen und økonomischen unterdrûckung. der anarchismus gibt uns eine økonomische analyse, er schlãgt uns ein organisationssystem vor und einen møglichen plan fûr die revolutionãre aktion.

an dieser stelle mûssen wir darauf hinweisen, das der anarchismus ûber den wir sprechen, der
kommunistische anarchismus
ist, der einzige anarchismus, der mit unseren feministischen prinzipien und unserer geschichte der zusammenarbeit und der teilnahme vereinbar ist.

revolution ist ein andauernder prozess im anarchistischen gedankengut. er nimmt die geistigen, emotionalen und individuellen aspekte der menschlichen natur ernst, die auch fûr den feminismus grundlegend sind.

der anarchismus beruht auf der ûberzeugung, daß menschen ungeachtet ihrer geistigen und kørperlichen fãhigkeiten im grunde konstruktiv sind, wenn man ihnen nur eine chance dazu gibt.

der anarchismus bestãrkt das gefûhlsmãßige verstãndnis des feminismus nach der notwendigkeit einer massenbewegung und der notwendigkeit einer revolution, die von den massen getragen und gefûhrt wird, anstelle einer elitãren gruppe von berufsrevolutionãren.

 

 

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anarchafeminismus
was bringt der feminismus dem anarchismus  

der revolutionãre feminismus ist die erste politische ideologie, die alle arten der unterdrûckung ablehnt, egal ob sie sich auf geschlecht, klasse, alter, hautfarbe oder geistige und kørperliche eigenschaften begrûndet. da viele frauen unterdrûckung nicht nur auf sexuellen gebieten erleiden, sondern auch aufgrund ihrer klasse und hautfarbe, haben wir ein interesse und eine handfeste basis, um alle unterdrûckten menschen miteinander zu vereinigen.

der feminismus sieht im patriarchat, im kapitalismus und in der staatlichkeit die wurzeln aller unterdrûckung.

der feminismus erkennt, daß alle arten der unterdrûckung miteinander in beziehung stehen, daß sich die persønliche, økonomische und politische unterdrûckung in dem leben von uns allen manifestiert.

der feminismus bietet den anarchistischen mãnnern aufschluß ûber ihr maskulines erbe, welches ihre emotionen und ausdrucksfãhigkeiten verkrûppelt.

der feminismus gibt dem anarchismus den sinn fûr das kreisførmige, fûr verbindungen, die das existierende anarchistische bewußtsein abrunden und vervollkommnen und fûr die menschlichen bedûrfnisse nach schønheit, freude und ausdruck.

 

 

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anarchafeminismus
ziele und wege  

was meinen wir nun, wenn wir von kommunistischem anarchafeminismus reden? es sollte betont werden, daß hierbei viele aspekte wichtig sind. wir wollen damit beginnen, daß wir ûber die einheit von zielen und mitteln sprechen.

unter revolution verstehen wir einen andauernden prozeß.
die werte, die wir uns fûr die zukunft ersehnen, mûssen wir schon heute anwenden. was wir machen und wie wir es machen, legt fest, was wir einmal erreichen werden.

wir glauben nicht, daß die menschen zwangslãufig durch eine magische revolution eine befreite gesellschaft erlangen werden, sondern wir sind der meinung, daß diese nur durch die direkte und allgemeine teilnahme, also bewußt und revolutionãr erreicht werden kann.

 

 

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anarchafeminismus
individualitãt und kollektivitãt  

als einen teil unseres fortschritts verstehen wir die einheit von individualitãt und kollektivitãt.

wenn wir von individualitãt reden, reden wir nicht ûber den individualistischen wettkampf, den die hierarchische gesellschaft heranzûchtet. wir reden von der freiheit der individuen, sich in alle richtungen zu entwickeln, auf die ihre wahl gefallen ist. diese freiheit kann durch kollektive oder gemeinsame arbeit beim zusammentreffen der individuellen und allgemeinen bedûrfnisse erreicht werden.

durch kollektive analysen und rúckkoppelungen werden individuen ein besseres verstãndnis fûr die krãfte erlangen, die ihre persønlichkeit und ihr leben geformt haben und sie weiterhin beeinflussen.

unsere vorstellung vom leben fûhrt direkt zu der erkenntnis, daß das persønliche das politische ist, eine basis, auf der sich menschen tãglich ihr vertrauen und ihre bedûrfnisse bestãtigen.

 

 

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anarchafeminismus
das persønliche und das politische  

der anarchafeminismus erkennt die einheit zwischen dem persønlichen und dem politischen.

unsere analyse muß auf das tãgliche leben angewandt werden - wir mûssen unser leben auf revolutionãre weise fûhren.

unsere art zu denken, zu handeln und die wirklichkeit wahrzunehmen, muß sich gemeinsam mit der sozialen und økonomischen grundlage der gesellschaft verãndern.

mit hilfe anderer mûssen wir uns zu selbstbewußten individuen entwickeln, wir mûssen die kontrolle ûber unser leben und unsere schwierigkeiten ûbernehmen und uns selbst von unseren verinnerlichten hindernissen befreien, die zwischen uns und der freiheit stehen.

dies setzt eine haltung gegenûber der revolution voraus, die ein verstãndnis fûr das bedûrfnis nach freude und festivitãt beinhaltet. die erneuerung unserer energien durch das spiel und die feier ist unbedingt notwendig fûr die revolution.

unser persønliches leben ist die bûhne der revolution. wir mûssen uns immer bewußt sein, daß die revolution eine soziale ist, und wir mûssen uns bemûhen, das freiheitliche ideal zu einem ideal zu machen.

 

 

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anarchafeminismus
kultur  

die kunst ist vielleicht eines der deutlichsten beispiele fûr die veschmelzung des persønlichen mit dem politischen, obwohl diese verbindung oft mißbraucht oder verschleiert wurde. kunst ist mehr als nur eine art genuß fûr diejenigen, welche sich daran erfreuen.

fûr viele revolutionãre frauen ist die kunst eine art, zu leben und zu arbeiten. der anarchafeminismus sieht in der kulturellen vielfalt und in der freiheit der auswahl wichtige aspekte einer befreiten gesellschaft, zu denen wir schon jetzt ermutigen sollten.

im hintergrund der autoritãren gesellschaft gibt es erscheinungen kultureller freiheit, die wir unbedingt erfassen und vorantreiben mûssen.

einer dieser aspekte ist zum beispiel die sexualitãt. die freiheit, sich von schuld unbelastet sexuell und sinnlich zu entwickeln, die selbstbestimmung darûber, zu wem, wann, wo und wie wir sexuelle beziehungen eingehen, sind lebenswichtige aspekte einer befreiten gesellschaft.

die feministische analyse leitet sich aus erfahrungen von frauen aus der kleinfamilie ab, und sie erweitert die anarchistische analyse auf die lebensbereiche des alltags und der familie.

wir sehen in der kleinfamilie die grundlage der besitzorientierten und autoritãren gesellschaft. es ist das merkmal dieser gesellschaft, daß sie die energien der menschen zu konstrultiver und kreativer arbeit in kãmpfe der lebenserhaltung umformt. die kleinfamilie isoliert frauen und junge menschen, und sie unterdrûckt ernsthaft die kulturelle, intellektuelle und psychische entwicklung der jugend. unser revolutionãrer prozeß sollte daher alternativen zur kleinfamilie beinhalten. alternative wege mûssen gesucht werden, um die funktionen der kleinfamilie und die methoden der jugendfûrsorge zu ersetzen. das konzept des privateigentums, das eng mit der kleinfamilie verbunden ist, muß zerstørt werden und durch das prinzip ersetzt werden, daß derjenige ein sache besitzt, der sie auch benutzt. ein weg, mit der zerstørung des privateigentums zu beginnen, ist die nachbarschaftliche und gemeinsame nutzung bestimmter werkzeuge oder die personelle aufstellung von arbeitsbrigaden.

 

 

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anarchafeminismus
organisation  

der anarchafeminismus ist sich der notwendigkeit von organisation bewußt.

es ist wichtig, daß die organisation freiwillig ist.

mit anderen worten, die organisation sollte selbst geschaffen und zweckorientiert sein. die organisation darf nicht hierarchisch sein. keine person oder gruppe darf die kontrolle ûber andere haben.

eine methode, um fortschritte in einer struktur der gleichheit zu erzielen, ist der prozeß von gruppenentscheidungen. bedingt durch ûbereinstimmung hat jede einzelne oder jede gruppe die gleiche macht, und wir erkennen, daß die verbreitung und der austausch von informationen eine grundsãtzliche voraussetzung der ûbereinstimmung ist.

das problem der fûhrung ist ein wichtiger diskussionspunkt. einzelne werden innerhalb einer gruppe zu "fûhrerinnen", indem sie aufgrund ihrer erfahrung, persønlichkeit usw. einen einfluß auf die anderen ausûben. wenn wir uns ûber die einheit von mitteln und zielen bewuß sind, verstehen wir, daß es immer wege gibt, um die aufteilung der fûhrung zu erleichtern. aufgabenwechsel und aufgabenteilung sind notwendig, um sicher zu gehen, daß nicht die gleichen leute auch stãndig die gleichen rollen besetzen. die einûbung von selbstdisziplin beim ergreifen von initiativen ist wichtig. aufgrund unserer besessenheit, was die leistungsfãhigkeit angeht, sind frauen - und mãnner - bisher davon abgehalten worden, eigene fãhigkeiten zu entwickeln.
wegen dieser "religion der leistungsfãhigkeit" mûssen anarcha-feministinnen den mythos der fûhrung zerstøren, indem sie die "unfãhigen" personen ermuntern, fûhrungsrollen zu ûbernehmen, und die aktiv unterstûtzen.
wãhrend wir einerseits zusammenschlûsse erwarten, die auf dem geschlecht, der klasse oder "rasse" beruhen, und wir ihre grûndung anregen, erkennen wir aber auch, daß wir es mit einer bewegung zu tun haben werden, die gemischt sein wird. aus diesem grund haben wir eine betrachtung der anarcha-feministischen ideologie vorgenommen, und stellen wir gewisse erwartungen an die menschen - speziell an die mãnner -, mit denen wir eine zusammenarbeit eingehen.

die menschen mûssen ein aktives verstãndnis fûr die unterdrûckungsmechanismen entwickeln, die den meisten ihrer gewohnheitsmãßigen und alltãglichen standpunkte und handlungen zugrunde liegen. wir mûssen sogar solche allerweltsdinge wie humor, sprache und launen untersuchen, die gewøhnlich in allen krãftemãßig ungleichen beziehungen gegen den schwãcheren benutzt werden - unternehmer gegen arbeiter, mann gegen frau, starkes individuum gegen schwaches individuum. menschen, die aufgrund ihres geschlechts oder ihrer hautfarbe privilegiert oder unterdrûckt sind, haben handlungs- und denkweisen entwickelt, die mit einer revolutionãren ideologie unvereinbar sind. wir erwarten ein verstãndnis gegenûber der lebensnotwendigkeit der erkenntnis, des ausdrucks und der erfûllung emotionaler bedûrfnisse, und wir erwarten die bereitschaft, nach diesen wahrnehmungen auch zu handeln. ebenso erwarten und unterstûtzen wir zusammenschlûsse mit gleichgesinnten gruppen von frauen und mãnnern, "rassen" und klassen. dies gibt uns die møglichkeit, die ursachen und formen ihrer unterdrûckung kennen und verstehen zu lernen, sie in ihrem kampf dagegen zu unterstûtzen, als auch unterstûtzung von ihnen zu erhalten.

wie wir schon frûher sagten, hat der feminismus bisher intuitiv anarchistische richtlinien entwickelt. die zeit ist gekommen, beide - feminismus und anarchismus - bewuß miteinander zu verschmelzen, um eine anwendbare revolutionãre ideologie und analyse zu bekommen. wir sind uns bewußt, daß unsere praxis uns befãhigt, eine theorie zu entwickeln, und wir wissen, daß diese theorie uns befãhigen wird, unsere praxis klarer und gezielter zu gestalten. auf diese weise werden sich der anarchismus und der feminismus fortwãhrend ergãnzen und unterstûtzen.

 

 

2Bcontinued...

 

 

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